Zwischen Städtetourismus und Bildungsmigration : Orientierungen und Sinngehalte in der Fremde am Beispiel internationaler Sommeruniversitätsstudierender in Berlin

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Laux, Silke: Zwischen Städtetourismus und Bildungsmigration : Orientierungen und Sinngehalte in der Fremde am Beispiel internationaler Sommeruniversitätsstudierender in Berlin. Hannover : Gottfried Wilhelm Leibniz Universität, Diss., 2018, viii, 409 S. DOI: https://doi.org/10.15488/4444

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Mehrwöchige, mit dem Besuch von Sommeruniversitäten verknüpfte Auslandsaufenthalte junger Erwachsener ermöglichen Erfahrungen, denen in studentischen Milieus biografisch erhebliche Bedeutung eingeräumt wird. Sie bilden einen komplexen, durch vielfältige soziale Kontexte und Dynamiken geprägten Sinnzusammenhang, der in dieser Dissertation zwischen Mobilitäts-, Bildungs- und Biografieforschung verortet wird. Am Beispiel der Berlin-Aufenthalte von Sommeruniversitätsstudierenden wird aufgezeigt, welche Sinngehalte mehrwöchige Auslandsaufenthalte für die Studierenden haben. In diesem Zusammenhang wird dargestellt, welche Orientierungen, Handlungsentwürfe und -praktiken die Sinngehalte strukturieren und mit welchen Erfahrungskontexten sie in besonderem Maße zusammenhängen – nämlich frühere und künftige Mobilitätspraxis, Berlin-Narrative sowie milieuspezifische Alltagskontexte und Lebenslagen im Herkunftsraum. Nicht zuletzt wird in dieser Dissertation der Frage nachgegangen, inwieweit sich die von den Studierenden zunächst vor Reiseantritt präsentierten mobilitätsbezogenen Orientierungen, Handlungsentwürfe und -praktiken während bzw. nach Ende des Auslandsaufenthalts ändern und der Berlin-Aufenthalt somit Lernprozesse bzw. Bildungspotenziale konstituiert. Um die Auslandserfahrungen von Sommeruniversitätsstudierenden mehrdimensional in ihrer sozialen Einbettung und Genese zu erfassen, wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf drei Erhebungsstufen – vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt – umgesetzt wurde. Narrative und leitfadengestützte Interviews mit insgesamt 29 Studierenden aus verschiedenen Herkunftsräumen, die durch teilnehmende Beobachtungen dort sowie in Berlin ergänzt und mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet wurden, zeigten, dass mehrwöchige Studienaufenthalte im Ausland primär zwei Erfahrungsdimensionen haben – nämlich „Fremdes, Differenz, Eigenes & Selbst“ sowie „Lernen & Bildung“. Diesen liegen Orientierungen zugrunde, die sowohl touristische als auch migrantische Handlungsentwürfe beinhalten, was zur Einordnung der Auslandsaufenthalte von Sommeruniversitätsstudierenden auf einem Mobilitätskontinuum zwischen Städtetourismus und Bildungsmigration geführt hat. Die Aufenthalte können im Falle bestimmter, kombinierter Erfahrungskontexte Bildungspotenziale eröffnen. In der vorliegenden Dissertation werden vier Typen von Bildungspotenzialen rekonstruiert: milieuspezifisches, mobilitätsbezogenes, entwicklungspsychologisches und kulturell-identitäres Bildungspotenzial. Zugleich verdeutlichte die fallspezifische Analyse über drei Erhebungsstufen hinweg, dass aufgrund der hohen Konstanz mobilitätsbezogener Orientierungen solche Bildungspotenziale bei weitem nicht so verbreitet sind wie „einfache“, akkumulative Lernprozesse.
Staying abroad for several weeks and combining it with the visit of summer university courses can provide biographically relevant experiences for young adults in academic milieus. These experiences constitute meaning shaped by multiple and complex contexts and dynamics, and can therefore be located in between mobility studies, educational and biographical research. Taking Berlin as an example I show the meaning stays abroad have for summer university students. I document the orientations, plans and practices of action which constitute them. Additionally, I depict the contexts of experiences with which they are interrelated – in particular previous and future experiences of mobility, narratives about Berlin as well as daily life contexts in the students‘ places of origin and their distinctive period of life: emerging adulthood. Lastly, the thesis traces to which extent the orientations, plans and practices of action which the students present before their trip change in the course or after their stay abroad. Hence, the thesis shows whether the students‘ short-term stay in Berlin initiates not just processes of learning but also processes of transformation. To capture the students‘ experiences abroad multidimensionally and in consideration of their social embedment and genesis, I chose a qualitative research design with three levels of data acquisition: before, during and after the students‘ stay abroad. I conducted narrative and semi-structured interviews with 29 students from different countries. Participant observation in Berlin and in the students‘ usual places of residence complemented my empirical data which was analyzed by applying the Documentary Method (Bohnsack/Nohl). My results show that summer university students‘ short-term stays abroad are primarily contextualized by two dimensions of experience:“the foreign, the other, the own & self“ and “learning & education“. These dimensions are determined by orientations which are typical for touristic as well as migrant agendas. This led me to classify the students‘ stay abroad on a continuum of mobility between city tourism and educational migration. If particular contexts of experiences interconnect, the stay abroad can provoke processes of transformation. In this thesis, I was able to reconstruct four types of transformative learning: milieu-specific, mobility-specific, development-psychological and cultural-identical. However, the case-specific analysis of the data also demonstrated the high continuity of mobility-related orientations. Processes of transformative learning are by far not as common as “simple“ accumulative processes of learning.
License of this version: CC BY-NC-ND 3.0 DE
Document Type: doctoralThesis
Publishing status: publishedVersion
Issue Date: 2019
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