Auswirkung von Blühstreifen auf das Landschaftsbild

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Rode, M.: Auswirkung von Blühstreifen auf das Landschaftsbild. In: Umwelt und Raum 9 (2018), S. 255-280. DOI: https://doi.org/10.15488/3698

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Das Landschaftsbild vieler Agrarlandschaften ist in den letzten Jahrzehnten durch die Intensivierung der Landwirtschaft mit Verengungen der Fruchtfolge, Schlagvergrößerungen und Beseitigung von Strukturelementen verarmt. Unter anderem die Anlage von Blühstreifen soll dazu beitragen, das Landschaftsbild ausgeräumter Agrarlandschaften aufzuwerten. Bislang existieren jedoch kaum Untersuchungen über die Wirkung unterschiedlicher Blühstreifentypen auf das Landschaftsbild. Ziel von Untersuchungen, war es daher herauszufinden, ob Unterschiede in der Wirkung unterschiedlicher Blühstreifentypen auf das Landschaftsbild existieren und, falls diese vorliegen, Eigenschaften von Blühstreifen zu identifizieren, die das Landschaftsbild besonders positiv beeinflussen. Für die Untersuchungen wurden in vom Maisanbau dominierten offenen Agrarlandschaften in den Samtgemeinden Zeven und Tarmstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme), Niedersachsen, 25 Blühstreifen ausgewählt. Zehn dieser Blühstreifen wurden von der Landvolkinitiative Bunte Felder mit dem Fokus auf der Optimierung des Landschaftsbildes angesät. Die übrigen fünfzehn wurden von der Jägerschaft Zeven mit der Zielsetzung, Vögeln, Niederwild und Insekten einen Rückzugsraum zu bieten, angelegt. Von diesen fünfzehn Blühstreifen befinden sich zehn in der ersten und fünf in der zweiten Vegetationsperiode. Die drei Blühstreifentypen wurden mit unterschiedlichen Blühmischungen angesät und haben demnach auch unterschiedliche Artenzusammensetzungen. Als Referenz wurden zehn gleich große Maisstreifen am Rand von Maisschlägen mit untersucht. Zur Bewertung der Wirkung der unterschiedlichen Blühstreifentypen und der Maisstreifen auf das Landschaftsbild wurde ein nur auf diese Landschaftselemente ausgerichtetes, nutzerunabhängiges, objektives Verfahren entwickelt. Damit sollen die Ergebnisse auch auf andere Agrarlandschaften übertragen werden können. Erfasst und bewertet werden die visuell erfassbare Vielfalt der einzelnen Blüh- und Maisstreifen mit einem Anteil von 70% an der Gesamtbewertung sowie mit jeweils 15% der Raumeindruck und das Naturerleben. Alle untersuchten Blühstreifentypen heben sich in ihrer Wirkung auf das Landschaftsbild sehr positiv und signifikant von den als Referenz untersuchten Maisstreifen ab. Zwischen den unterschiedlichen Blühstreifentypen werden hingegen keine signifikanten Unterschiede sichtbar. So haben die als Lebensraum für die Fauna der Agrarlandschaft angelegten lückigen Blühstreifen der Jägerschaft in der ersten Vegetationsperiode eine gleich hohe Wirkung auf das Landschaftsbild wie die speziell zur Aufwertung des Landschaftsbildes angelegten Blühstreifen der Initiative Bunte Felder. Lediglich die Blühstreifen der Jägerschaft in der zweiten Vegetationsperiode fallen in ihrer Wirkung im Verlauf der Vegetationsperiode ab. Allerdings sind hier die Unterschiede nicht signifikant. In der ersten Vegetationsperiode gewinnen sowohl die Blühstreifen der Jägerschaft als auch der Initiative Bunte Felder mit fortschreitender Entwicklung von Anfang Juli bis in den August signifikant an positiver Wirkung auf das Landschaftsbild. In Ihrer Wirkung auf das Landschaftsbild sind die untersuchten überjährigen bis 1,5-jährigen Blühstreifen mit blütenreichen Staudensäumen zu vergleichen und besitzen damit ein hohes Potenzial zur Aufwertung des Landschaftsbildes. Das gilt auch wenn sie als lückige Blühstreifen mit dem Ziel der Schaffung von Lebensraum für die Arten der Agrarlandschaft angelegt werden. Durch ihre linienhaften Strukturen gliedern Blühstreifen die Landschaft, steigern durch ihren Blütenaspekt und Strukturreichtum die Vielfalt der Landschaft und erhöhen die Erlebnisvielfalt. Unabhängig vom Blühstreifentyp wird dabei eine besonders hohe Wirkung auf das Landschaftsbild und das Naturerleben in der Agrarlandschaft erzielt, wenn die folgenden Punkte berücksichtigt werden: -Die Ausbildung von Dominanzbeständen einer Art sollte durch eine geringe Saatdichte und eine Zusammensetzung der Blühstreifenmischung, bei der das Tausendkorngewicht der auszusäenden Arten berücksichtigt wird, vermieden werden. -Bei 1,5- bis wenigjährigen Blühstreifen sollten zwei- und mehrjährige Pflanzenarten, die nicht zur Ausbildung von Dominanzbeständen neigen, in die Saatgutmischungen integriert wer- den. -Die Blühstreifen sollten entlang von Erholungswegen angelegt werden. -6m breite Blühstreifen sind ausreichend. Breitere Streifen verbessern das Landschaftsbild nur geringfügig.
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Publishing status: publishedVersion
Issue Date: 2018
Appears in Collections:Umwelt und Raum : Schriftenreihe Institut für Umweltplanung

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